Wieder zurück in der Heimat, haben wir eine Freundin in Berlin besucht.
Wir kamen Freitag an und waren, wie es sich für die Hauptstadt gehört,
die ganze Nacht unterwegs. Erst als die Sonne schon lange am Himmel
stand, die Bäckereien schon wieder ihre Brötchen anboten machten wir uns
langsam auf den Heimweg. Am nächsten Tag war natürlich herzlich wenig
mit uns anzufangen. Der Kopf dröhnte, die Augen schmerzten und der Magen
war flau. Was tun, wenn man trotzdem keine Lust hat den lieben, langen
Tag im Haus zu verschimmeln?Wir entschieden uns für einen Kinobesuch.
Selbst der Kassierer schaute uns etwas befremdet an, als wir um viertel
nach fünf, bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen mit
unseren dicken Sonnenbrillen um ein Ticket baten. Im Kino befand sich
außer uns nur noch ein Pärchen, dass sich anscheinend durch unsere
Anwesenheit gestört fühlte. Anders, als mit Versuch uns doch noch aus
dem Kino zu vertreiben, kann ich mir die aufdringlichen Schmatzgeräusche
nicht erklären, die sie bei jedem Kuss produzierten. Und es waren
einige. Unbeeindruckt von derartigen Störgeräuschen schauten wir uns den
Film an und kamen zufrieden wieder heraus. Ein kleiner Imbiss beim
Asiaten gegenüber hob dagegen nicht gerade die Laune, zu lieblos und
versalzen schmeckten die Nudeln. Also auf nach Kreuzberg ans Ufer, des
Landwehrkanals. Gesagt, getan, nur nach einiger Zeit wurde es zu kühl
und wir machten uns auf die Suche nach einer Bar die stolzer Besitzer
eines Kickers sein sollte. Leider gestaltete sich die Suche nach einer
solchen Gaststätte als aüßerst schwierig. Kaum waren wir um die Ecke,
befanden wir uns auch schon mitten in einer der vielen Straßenfeiern des
Christopher Street Days der an jenem Tag, von uns bis dato völlig
unbeachtet, in der Stadt gastierte. Das Letzte was es auf einem CSD gibt
und was die Besucher zu interessieren scheint, war ein Kicker, also
verwarfen wie diese Idee und schauten uns stattdessen das bunte Volk an,
was auf den Straßen Kreuzbergs friedlich vor sich hin feierte. |